Emma:Konzept

Tiere sind wichtig für Kinder
Von Anfang hielt der Mensch sich Tiere. Mit zunehmender Entwicklung unserer Städte sind sie jedoch immer mehr aus unserem nahen Umfeld verschwunden, zum Nachteil der Kinder. Da besonders Kinder die Nähe von Tieren suchen.
Viele Gründe sprechen gerade heute dafür, Tiere in den pädagogischen Schulalltag einzubeziehen.
Vor diesem Hintergrund wird am Beispiel des Hundes die Bedeutung von Tieren in der Pädagogik begründet. Dabei wird auf die Rahmenpläne der Stadt Hamburg sowie auf die Theorie und Praxis der Tiergestützten Pädagogik eingegangen.

Besondere Eigenschaften des Hundes für den Einsatz in der Pädagogik
Der Hund steht dem Menschen als Säugetier am nächsten. Er vermittelt aufgrund seiner Geselligkeit und seines mimischen Ausdrucksvermögens ein Gefühl der Sicherheit und Vertrautheit. Die Begegnung mit einem Hund besitzt eine Beziehungsqualität, die sich auf den Menschen sehr positiv auswirkt, da der Hund als soziales Rudeltier das Bedürfnis mitbringt, sich dem Menschen eng anzuschließen. Die Beziehung zu einem Hund kommt somit einer zwischenmenschlichen Beziehung sehr nahe.
Das Verhalten von Hunden zeigt Kindern vieles, was sie von sich selbst kennen. Hunde spielen, schlafen, essen und zeigen Gefühle wie Angst, Aggression, Freude und Zuneigung.
Darüber hinaus gelten als besondere Fähigkeiten des Hundes das Erkennen menschlichen Ausdrucksverhaltens sowie das Erspüren menschlicher Stimmungen. Sie zeigen Verständnis und Mitgefühl und zeichnen sich vor allem durch ihre herausragende Lernfähigkeit aus. Besonders durch sein großes empathisches Vermögen, seine Belastbarkeit und seine Fähigkeit, sich vielen Anforderungen anzupassen, ist der Hund in besonderer Weise für einen Einsatz in pädagogischen Tätigkeitsfeldern geeignet.
Gleichzeitig hat der Hund als ältester Freund des Menschen einen enorm hohen Aufforderungscharakter.
Welche Entwicklungsbereiche der Hund unterstützt, wird im Folgenden näher erläutert.

Förderung des Selbstwertgefühls
–    vorbehaltlose Akzeptanz, unabhängig von jeglicher menschlicher Bewertung
–    Vermittlung von Zuneigung, Sicherheit, Geborgenheit und Wärme

Förderung des Verantwortungsbewusstseins
–    Erfüllen täglicher Rituale (versorgen, ausführen, spielen, …)

Förderung der Kommunikation
–    Erlernen und Erkennen von Gestik und Mimik
–    eindeutige und klare Kommandos erteilen
–    Kommunizieren ohne Lautsprache
–    uneingeschränktes Anvertrauen von Erlebnissen und Gefühlen
–    regt zur Kommunikation an
–    hört geduldig zu

Förderung der sozialen Beziehungsfähigkeit
–    Entwicklung von Empathiefähigkeit
–    Rücksichtnahme und Respekt
–    erleichtert Kontaktaufnahme zu anderen Menschen
–    im Kontakt mit einem Hund erlernen Kinder Einfühlungsvermögen und Toleranzfähigkeit gegenüber             Andersartigkeit und Individualität
–    reagieren auf die Stimmung des Menschen und spiegeln seinen emotionalen Zustand wider
–    Regeln werden akzeptiert und eingehalten
–    ablehnendes Verhalten seitens des Hundes wird bereitwillig akzeptiert

Förderung der Motorik und Wahrnehmung
–    ermutigt zu konstanter Bewegung und Aktivität
–    löst Muskelverspannungen
–    Förderung der taktilen Wahrnehmung durch das Streicheln und Anfassen
–    Förderung visueller, auditiver und olfaktorischer Wahrnehmung

Förderung der Lebensfreude
–    Beobachten und Interpretieren tierischen Verhaltens
–    setzt Endorphine im Körper frei
–    Sorgen und Kummer rücken in den Hintergrund
–    Interaktion wird als lustvoll empfunden
Bezug auf die Rahmenpläne der Stadt Hamburg
In den Ausführungen der Rahmenpläne spiegeln sich die oben genannten Entwicklungsbereiche vielfach wider. Folgende Ausschnitte verdeutlichen die Notwendigkeit einer Förderung eben dieser Bereiche.
„Wie das Schreiben so hilft auch das Sprechen dem Kind, seine Wahrnehmung und das eige-ne Denken zu strukturieren“ (Rahmenplan 2003, 15). Eigene Erlebnisse und Erfahrungen sol-len zusammenhängend und verständlich erzählt werden können.
Darüber hinaus sollen sie lernen, dass ein Gespräch nur bei einer Bereitschaft zur Kommuni-kation stattfinden kann. Wer gehört werden will, muss zeigen, selbst zuhören zu können (vgl. Rahmenplan 2003, 32 und 15).
Im Rahmenplan für den Sachunterricht wird vor allem im Bereich des sozial- und kulturbezogenen Lernens auf Verständigung wert gelegt. „Der Unterricht fördert Fremdverstehen und Empathie und bahnt eine Haltung der Neugier, des Respekts und der Toleranz gegenüber Ungewohntem und Fremden an“ (Rahmenplan Sachunterricht 2003, 6).

Chancen und Grenzen eines pädagogischen Einsatzes
Der Einsatz des Hundes fördert die Fremd- und Selbstwahrnehmung des Kindes. Das Selbstwertgefühl kann gesteigert werden, da der Hund nicht beurteilt, sondern vorbehaltlos auf Kinder zugeht. Ebenso kann das Bedürfnis nach Körperkontakt und sozialer Nähe durch die Anwesenheit des Hundes aufgefangen und gestützt werden, indem der Hund z.B. die Möglichkeit des Anfassens bietet. Viele Kinder freuen sich besonders an Tagen, an denen der Hund anwesend ist auf die Schule und berichten an solchen Tagen vom Schulalltag, auch wenn sie sonst nicht gerne darüber sprechen. Der Hund bietet viel Gesprächsstoff. Durch Anfassen und Beschäftigung mit dem Hund können Kinder nochmals eigene Körpererfahrungen sammeln, lernen auch ihre Grenzen kennen und werden sich bewusst, dass ein Hund als Tier doch andere Dinge beherrscht, als ein Mensch. Auch wird durch den Einsatz des Hundes neben dem richtigen Umgang mit einem Hund das Verantwortungsbewusstsein geschult. Der Hund braucht genau wie die Kinder etwas zu Trinken. Dies geschieht über die Vergabe von Diensten.
Es gibt aber auch Grenzen, die zu beachten sind. Ein Hund kann nicht in gleicher Weise auf jedes Kind wirken. Er darf nicht als Allheilmittel verstanden werden. Nicht jedes Kind lässt sich auf einen Hund ein, manche Kinder mögen Hunde nicht, oder nicht so gerne. Daher ist es wichtig, die Begegnung mit dem Hund als Angebot an das Kind zu verstehen. Das Kind entscheidet selbst über den Nutzen eben dieses. Auch ist darauf zu achten, dass der Hund nicht als Ersatz für zwischenmenschliche Beziehungen dient.

Vorbeugung von Risiken:
Der Hund muss gezielt ausgebildet werden und eine gute Bindung zu seiner Halterin aufweisen. Auch ist darauf zu achten, dass der Hund genügend Ruhephasen bekommt und Anzeichen von Überforderung sofort erkannt werden. Für die Kinder muss es eindeutige Regeln im Umgang mit dem Hund geben und es muss unbedingt auf dessen Einhaltung geachtet werden. Weiterhin muss der Hund artgerecht gehalten und gepflegt werden. Regelmäßige Tierarztbesuche sind unerlässlich. Wird auf all das geachtet, überwiegt der Nutzenfaktor den Risikofaktor!

Hamburg, im Januar 2008
©Sabrina Sasse und Nicole Krause

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